Der Klimawandel mit seinen warmen und regenreichen Wintermonaten ver�ndert auch die Lebensweise der Zecken. Sie sind jetzt bereits das ganze Jahr aktiv und dringen rasant in neue Lebensr�ume vor. Damit steigt f�r Menschen die Gefahr der �bertragung von gef�hrlichen Infektionen wie Borreliose und der Fr�hsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Mit der Auwaldzecke breitet sich derzeit eine neue Art in Deutschland aus, die beim Hund die Babesiose � das so genannte Hundemalaria � �bertr�gt. Die Waldexperten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) raten dringend zu Vorsichtsma�nahmen bei Aufenthalten in der Natur.
Die Zecke als �berlebensk�nstler hat sich offenbar dem ver�nderten Lebensumfeld angepasst. Sie f�llt erst ab einer Temperatur unter sieben Grad in ihren Winterschlaf � fehlende Frosttage sorgen jedoch daf�r, dass die Zecken fr�her in Aktion treten und dass auch ihre Eier unbeschadet �berleben. Mit Folgen f�r Mensch und Tier, denn die Gefahr eines Zeckenbisses bereits in dieser Jahreszeit steigt damit an: Jede dritte Zecke tr�gt Borrelien, mit der Lyme-Borreliose �bertragen wird. J�hrlich erkranken rund 50.000 Menschen in Deutschland an dieser gef�hrlichen Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe sch�digt. �Wer glaubt, dass in seinem Umfeld keine Infektionsgefahr besteht, der t�uscht sich, denn �berall in Deutschland wird die Borreliose von Zecken �bertragen�, erkl�rt Dr. Wolfgang von Geldern, Pr�sident des Bundesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
Die sog. Fr�hsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist trotz ihres Namens nicht auf diese Jahreszeit beschr�nkt. Die durch Hirnhaut- oder Gehirn-Entz�ndung gekennzeichnete Krankheit wird durch Zeckenbisse verursacht. Zecken, die das FSME-Virus �bertragen, treten bislang haupts�chlich in den s�dlichen Landesteilen wie Baden-W�rttemberg und Bayern auf. Doch diese Risikogebiete mit ihrer FSME-Verbreitung werden seit Jahren kontinuierlich gr��er. Dr. Wolfgang von Geldern: �Bislang war nur der S�den betroffen, doch die infizierten Zecken sind auf dem Vormarsch weiter nach Norden.� Die Zecken wandern aufgrund der f�r sie g�nstigen Klimaver�nderungen in neue Lebensr�ume vor und wurden von Forschern bereits in Tschechien, Finnland und nur 200 Kilometer vom Polarkreis entfernt entdeckt.W�hrend es keinen Impfstoff gegen die Borreliose gibt, kann man sich vor FSME durch eine Impfung sch�tzen. Die Gesundheitsbeh�rden empfehlen Menschen, die in den Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen wollen, eine Impfung als pr�ventive Ma�nahme.
Mit der Auwaldzecke ist eine gr��ere und buntere Zeckenart auf dem Vormarsch, die beim Hund die gef�hrliche Babesiose �bertr�gt. Die auch als Hundemalaria bezeichnete Krankheit zerst�rt die roten Blutk�rperchen und f�hrt innerhalb weniger Tage nach dem Stich zum Tod. Die Auwaldzecke liebt feuchtere Gebiete wie Auw�lder und Moore. Eine neue Studie hat folgende Gebiete mit besonders starker Verbreitung gezeigt: Berlin, Frankfurt, Magdeburg, Leipzig und T�bingen. Tier�rzte raten Hundehaltern zu einem fr�hzeitigen Schutz durch Zeckenhalsb�nder und Shampoos mit speziellen Wirkstoffen. Spot-on-Pr�parate werden direkt auf die Haut aufgetragen oder im Fell verrieben. Diese Schutzma�nahmen helfen auch bei gew�hnlichen Zecken.
Die Experten der SDW raten zu drei wichtigen Vorsichtsma�nahmen, damit der Aufenthalt in der Natur zeckenbissfrei und ohne Krankheitsfolgen bleibt.
1. Geb�sch, Unterholz und hohe Gr�ser meiden, denn Zecken fallen nicht etwa � wie oft behauptet � vom Baum, sondern warten in diesen Bereichen auf ihren Wirt, von dem sie beim Vorbeigehen abgestreift werden.
2. Nach dem Spaziergang unbedingt Kleidung und K�rper nach Zecken absuchen. Sie sollten innerhalb von zw�lf Stunden entfernt werden, da das Infektionsrisiko mit der Saugdauer steigt. Die gesamte Zecke sollte vorsichtig herausgedreht werden. Die Zecke sollte anschlie�end unbedingt get�tet werden, weil sie auch ohne Blut lange �berleben kann.
3.Helle und geschlossene Kleidung sch�tzt vor Zecken. Festes Schuhwerk und lange Hosen erschweren der Zecke das Finden einer Fl�che zum Blutsaugen.
Eine Zusammenfassung �ber m�gliche Gefahren im Wald bietet das Informationsblatt �Augen auf im Wald! Gefahr erkannt – Gefahr gebannt�. Es kann zum Preis von 25 Cent pro St�ck zuz�glich Porto bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, LV Bayern, Tel.: 089 – 284 394 bestellt werden. Das Infoblatt ist auch f�r Kinder geeignet.
Zahlreiche Informationen finden Sie im Internet, z.B. unter