Vorsicht Zecken: besonders im Herbst sind Hunde bedroht
Zecken saugen Blut, nur dann können sie Eier legen und sich vermehren. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich nach erneuter Blutmahlzeit zu winzigen “Nymphen” entwickeln. Auch diese saugen Blut und häuten sich schließlich zu erwachsenen Zecken.
Bei jeder Blutmahlzeit gelangt der Speichel dieser Spinnentiere in die Stichwunde. Sind in dem Zeckenspeichel gefährliche Krankheitserreger enthalten, kann ein Zeckenstich schwere Gesundheitsschäden zur Folge haben.
Gefährliche neue Zeckenart
In Deutschland schon lange weit verbreitet ist der „Holzbock“ (Ixodes ricinus). Je nach Region kann er beim Stich die Lyme-Borreliose übertragen, die zu schweren Gelenkproblemen und Nierenschäden führt. Für die Erreger der Gehirnhautentzündung (FSME), die von dieser Zeckenart ebenfalls übertragen werden können, sind Hunde kaum empfänglich. Deshalb hat diese Erkrankung in der Tiermedizin eine eher untergeordnete Bedeutung. Besonders gefährlich für den Hund ist dagegen eine, in immer mehr Regionen Deutschlands anzutreffende neue Zeckenart, die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis). Sie ist Überträger der Babesiose, einer in Deutschland recht neuen Erkrankung, die auch als „Hundemalaria“ bezeichnet wird.
Wie äußert sich die „Hundemalaria“?
Die Erreger der „Hundemalaria“, die Babesien, dringen in die roten Blutkörperchen ein und zerstören sie. Verläuft die Infektion akut, bekommen erkrankte Hunde 10 bis 21 Tage nach dem Stich hohes Fieber, sind teilnahmslos und fressen nicht mehr. Später kommt es zu Durchfall und Erbrechen gefolgt von akutem Nierenversagen. Der Urin erscheint bräunlich rot, denn er enthält Zerfallsprodukte der zerstörten Blutkörperchen. Da diese nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung stehen, leiden die Patienten unter Atemnot und müssen husten. Auch das Herz schlägt schneller. Schließlich verlieren die Hunde das Bewusstsein. Einige Tiere zeigen einen schleichenden Krankheitsverlauf und haben, ähnlich wie bei der menschlichen Malaria, immer wieder Fieberschübe.
Der Nachweis der Erreger erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Wegen der verzögerten Immunantwort ist nicht immer ein eindeutiger Beweis möglich.
Kann man „Hundemalaria“ heilen?
Zur Behandlung der Babesiose können spezielle Medikamente eingesetzt werden, die bei rechtzeitiger Diagnose meist helfen, die Erkrankung auszuheilen. Sie können auch vorbeugend angewendet werden, wenn z. B. eine Reise in ein Auwaldzeckengebiet geplant ist.
Ein Teil der erkrankten Hunde aber beherbergt weiterhin Babesien und bleibt so ein ständiges Reservoir für Zecken, durch das sie beim Blutsaugen immer wieder aufs Neue mit Krankheitserregern versorgt werden.
Zeckenschutz im Herbst ist besonders wichtig
Saugt eine Auwaldzecke im Frühjahr Blut, das Babesien enthält, gehen diese bei weiblichen Zecken auch auf die Eier über. So sind im Herbst ungleich viel mehr infizierte Nymphen und erwachsene Zecken auf der Suche nach einer Mahlzeit als zum Jahresanfang. Die Gefahr für Hunde, mit „Hundemalaria“ angesteckt zu werden, ist deshalb besonders groß.
Jede Zecke, die entdeckt wird, sollte schnellstmöglich - ohne Verwendung von Hilfsflüssigkeiten - vollständig entfernt werden. Gut geeignet für die Zeckenentfernung sind spezielle Haken oder Zangen, die auch den Kopf herausziehen.
Nymphen allerdings werden wegen ihrer Winzigkeit oft übersehen. Deshalb hält Ihr Praxisteam zum Schutz vor Zecken in gefährdeten Gebieten Medikamente bereit, die zweifach wirksam sind: Einerseits vertreiben sie die Spinnentiere, andererseits wird ein großer Teil von ihnen abgetötet.
Diese Medikamente werden entweder als Halsband verwendet oder als so genannte „Spot- on“-Behandlung in flüssiger Form auf den Nacken aufgetragen. Vorsicht! Für Katzen sind diese Substanzen zum Teil tödlich!
Welches Medikament für Ihren Hund das richtige ist, zeigt sich im Beratungsgespräch in Ihrer Tierarztpraxis.

























